Blogs sind schon wieder nicht tot

Vom 2. November 2008, Kategorie(n): Blogging

Blogs sind schon wieder nicht tot

Oh man, im Allgemeinen halte ich mich aus – nennen wir sie “Basic’sche Themen” – weitestgehend raus. In der letzten Woche machte aber das Thema die Runde, dass Blogs sterben. Schon wieder.

Schuld sind immer die anderen

Rückläufige Besucherzahlen, rückläufige Verlinkung, rückläufiges Feedback in Form von Kommentaren… Als Begründung halten die üblichen Verdächtigen her: Twitter frisst die Zeit der (ehemaligen?) Blogger, RSS wird immer verbreiteter und sorgt dafür, dass “Fans” die Blogs seltener oder gar nicht mehr direkt aufrufen usw. Über die Inhalte wird selten gesprochen.

Viele Leute, die ein Blog gestartet hatten, merkten schnell, dass sie gerne ein Teil dieser “Bloggerwelt” sein wollten, aber nicht zwangsläufig auch etwas dazu beizusteuern haben. Sie griffen Themen auf, die sie bei den üblichen Verdächtigen gefunden haben, schrieben ihre drei Sätze dazu, und verlinkten auf ihre Quelle. Mehrwert? Hm, vielleicht - aber nicht unbedingt. In den folgenden Monaten erhielten sie kein Feedback, keine Kommentare, sie schrieben Blogbeiträge darüber, dass sie gerade nichts zu schreiben haben, und die anfangs euphorische Stimmung kippt. Am Ende schläft dieses Blog, das einfach nur dabei sein wollte, friedlich aber mit leichtem Knurren ein.
Es geht mir nicht um Kritik an Blogs, die zehn Besucher haben. Es geht mir um dieses Rumgeheule, dass etwas gestorben sein soll, das nie das Potential hatte, groß zu werden.

Twittern als Chance

Und da kommt Twitter ins Spiel: Hier geht alles rasend schnell: 140 Zeichen sind nicht die Welt, und trotzdem reichen sie aus, um Gedankenfetzen, kleine Sprüchlein oder ein paar Links an die Follower zu senden. Und wenn es kein Feedback gibt, steht da wenigstens nicht “0 Kommentare” unter jedem Tweet. Twitter hat nur einen Nachteil: Tweets sind so kurzlebig wie ein Chat.

Zahlen über Zahlen

Aber zurück zum Thema der sterbenden Blogs: Sieht man sich die Charts der meistgelesenen Blogs bei blogoscoop zum ersten Mal an, stellt sich leichte Verwunderung ein. Der hat soooo viele Besucher, der so wenige? Ja, die deutschen Blogcharts sind eben doch nicht die Welt. Gewinner sind Blogs, die sich ihre Nische herausgepickt haben. Blogs, die Leser finden, weil sie etwas beitragen, sei es als Filter, als Meinungsmacher, oder durch Fachwissen. Und da reichen manche Besucherzahlen durchaus an die von vermeintlich großen Online-Magazinen heran. Würde man die Anzahl der RSS-Feed-Abonnenten als Maßstab nehmen, würden wieder ganz andere Listen entstehen. Fakt ist: auch in Deutschland/Schweiz/Österreich gibt es Blogs, die beeindruckende Zahlen vorweisen können.

Wenn wir mal wieder über den Tellerrand blicken, und dabei Blogs sehen, die inzwischen zu ausgewachsenen Redaktionen geworden sind, deren Wert sich auf mehrere Millionen beläuft, dann sehen wir, dass Blogs so absolut nicht tot sind. Peter Hogenkamp ist mit seinem Blogwerk auf dem besten Weg, sich einen ähnlichen Status aufzubauen. Wer sich aber mit seinen Inhalten ausschließlich auf andere Blogs, das Bloggen und die Blogosphäre bezieht, muss sich nicht wundern, dass ihn keiner mehr hören will. Es ist schlicht und einfach langweilig. Ausnahmen bestätigen die Regeln, versteht sich.

Die Blogs

Ich hasse es von die Blogs zu sprechen. Früher hießen private Websites mal “Homepages”, und die Betreiber “Webmaster”. Es wäre aber niemand auf die Idee gekommen, von “den Webmastern” zu sprechen. Warum auch, beackert doch jeder sein eigenes Feld, hat doch jeder ein anderes Ziel. Jeder hat die Möglichkeit zu bestimmen, wohin die Reise geht.

Ein Blog betreiben heißt nicht für Blogger schreiben zu müssen

Ich bin mir sicher, dass der Großteil der Leser von stylespion.de höchstens 20 Blogs kennt. Wenn überhaupt. Die meisten werden gar nicht die Zeit investieren wollen, sich duch hunderte von Blogs zu kämpfen. Warum auch? Sie picken sich die wenigen heraus, die ihre Interessen beackern, die sie unterhalten, an denen sie Spaß haben. Diese Zielgruppe, die eben nicht aus Leuten besteht, die selbst bloggen, ist riesig. Und da sie selbst nicht bloggen, kommen sie auch nur in wenigen Fällen auf die Idee, zu kommentieren. Schade, aber nachvollziehbar.

Das Gute

Alles wird sich regeln, ganz bestimmt.

Beiträge anderer zum Thema:

Cem Basman: Thesen: Warum Blogs scheinbar an Bedeutung verlieren
Klaus Eck - Warum Blogs nicht an Bedeutung verlieren
Medienrauschen: Weblogs sind nicht tot
Mike Schnoor: Blogs im Aufschwung
Powerbook: Blogs sind tot

Jetzt wo ich mich durch die oben verlinkten Beiträge geklickt habe, stelle ich fest, dass wir das schon sehr ähnlich sehen. Sag ich doch: alles wird sich regeln.

Tags:, , ,

Lebenszyklus eines Blogbeitrages

Vom 28. January 2008, Kategorie(n): Blogging

Lebenszyklus eines Blogbeitrages

Wired hat sich die Mühe gemacht, alle Stationen, die ein Blogposting ab dem Klicken des “Veröffentlichen” Buttons macht, zu illustrieren:

“You compose a new post. You click Publish and lean back to admire your work. Imperceptibly and all but instantaneously, your post slips into a vast and recursive network of software agents, where it is crawled, indexed, mined, scraped, republished, and propagated throughout the Web. Within minutes, if you’ve written about a timely and noteworthy topic, a small army of bots will get the word out to anyone remotely interested, from fellow bloggers to corporate marketers.”

The Life Cycle of a Blog Post, From Servers to Spiders to Suits — to You

Tags:, ,

Richtig Bloggen - eine Starthilfe

Vom 15. April 2007, Kategorie(n): Blogging

Richtig Bloggen - eine Starthilfe

Michael Wöhrer, der zuletzt riesige Arbeit Aufmerksamkeit durch sein Wordpress Plugin “Simple Tagging Plugin” bekommen hat, bietet erste Hilfe beim Start eines Blogs. Die Idee ist nicht neu, sie basiert auf einem Artikel von Robert Basic (Wie wird das eigene Blog bekannt), den Michael zeitgemäß überarbeitet, und mit zig Tipps angereichert hat.

Thematisch gliedert sich “Wie starte ich einen Blog…” in folgende Bereiche:

  • Einführung
  • Welches Blogsystem?
  • Die ersten Artikel schreiben und Blog einrichten
  • Leute auf das Blog aufmerksam machen
  • Verschiedene Tipps zu Deinen Blogartikeln
  • Blog optimieren
  • Weitere mögliche Maßnahmen
  • Blog-Monitoring: Wie entwickelt sich Dein Blog?
  • Was Du nicht machen solltest
  • Weiterführende Informationen und Tipps

Diesen Artikel sollte Jeder gelesen haben. Er ist nahezu komplett, beschreibt Schritt für Schritt die richtige Herangehensweise beim Bloggen und ist gut verfasst. Klasse Arbeit Michael!

Hier geht’s zu Wie starte ich ein Blog und mach dieses bekannt.

Tags:, ,

Ja, Kontakt!

Direkt
Kai Müller bei
Kategorien
Archiv